Weihnachtszeit auf den Malediven

Von Traumstränden, jungen Einhörnern und viel Zucker, Zimt und Liebe

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Harz

Ein märchenhafter Besuch in Quedlinburg und Goslar

Endlich wieder Kanada

Kurz und knackig: Toronto und Ontario

Mein Niedersachsen

Unterwegs in meiner Heimat

Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Malediven: Wer hat die Kokosnuss geklaut?

Jeanny springt über den weißen Strand als wäre sie ein junges Einhorn. Sie ist - um mal bei süßen Tierchen zu bleiben - ein alter Hase was das Kurumba-Resort in den Malediven betrifft. Bei ihrem dritten Besuch bin ich dabei.

Echt historisch ist dieses Hotel, es ist nämlich das erste Resort der Malediven überhaupt. Damals vor 42 Jahren so hören wir standen hier einfachste Hüttchen, vom heutigen Luxus keine Spur.

Wir beziehen unseren Bungalow am Strand -  mit halboffenem Bad und kleiner Terrasse mit Blick auf das blaue Meer. Apropos Blick: es ist bereits mein zweiter Besuch auf den Malediven und an den fast schon grotesk wirkenden Anblick des Postkarten-Meeres und des Bilderbuch Strands kann ich mich auch dieses Mal nur schwer gewöhnen. Im Prinzip ist es so als würde man ein Prospekt aufschlagen und denken: da hat der Grafikdesigner aber kräftig an den Farben gedreht. Nur: die Malediven sehen auch in Natura wirklich so aus. „No Filter“ würde dafür der Hashtag auf Instagram heißen.

Nur eineinhalb Tage lang wird unser Aufenthalt auf Kurumba sein, wir können das Hotel ein wenig testen. Jeanny verschwindet für ein ganz und gar unnötiges Facial im Spa, während ich mir dort eine dringend notwendige Maniküre gönne. Das schönste daran: ich plaudere ausführlich mit der Mitarbeiterin, die aus den Philippinen kommt und ein Herz von Mensch ist. Und danach schmausen wir ganz köstlich im nicht zum All-Inclusive gehörenden Restaurant Duo und gönnen uns sogar einen ganz klassischen Cocktail am Strand.


Auf das Schnorcheln, auf das ich mich so sehr gefreut hatte, muss ich allerdings verzichten. Ein Gewitter kommt auf und entzieht dem Meer die Farbe. Jeanny und ich stört das nicht weiter, wir sitzen draußen unter unserem Vordach, zucken ein paar mal vom kräftigen Donnerschlag zusammen und schauen zu, wie vor unseren Augen das Paradies im dunklen Regen verschwindet. Schön ist es trotzdem.

Ein klein wenig Abenteuer kommt dennoch an unserem letzten Tag auf. Uns wird eine frische Kokosnuss geerntet und aufgeschlagen. Und man lässt mich auch mal eine Palme hochklettern, allerdings mit Tritthilfe sozusagen. Ich hatte ja eigentlich gedacht, wir könnten hier auf Kurumba, was Kokosnuss heißt, ordentlich Kokosfleisch für Jeannys Kekse ernten, die sie für unsere Condor Cocos Cookies brauchte, aber ich ernte stattdessen ein müdes Lächeln von ihr. Für das Rezept (das es übrigens hier gibt) braucht man natürlich getrocknete Kokosflocken. Ich Dummerchen. 

Mehr Zeit um nach dem Regen noch einmal mit dem kleinen vor Freude quietschenden Einhorn namens Jeanny ins Meer zu hüpfen. Das ist auch völlig in Ordnung.

Auf unsere paradiesische Reise wurden wir von Condor und in diesem Fal von Kurumba eingeladen. Vielen Dank dafür!

Zum Backen auf die Malediven

„Du bist Jenny!?!?!“ rate ich. Die hübsche blonde Condor Flugbegleiterin strahlt mich an und wie in Zeitlupe schüttelt sie mit dem Kopf. „Nein“ grinst sie „ich bin Jessi!“ Oh Mann, wieder daneben. Ihre Zwillingsschwester kommt wie bestellt gerade um die Ecke um den Service in der Kabine vorzubereiten. Die beiden sehen sich wirklich zum verwechseln ähnlich.





Neun Stunden Flugzeit liegen noch vor uns, ich bin mit meiner Reisefreundin Virginia, interessanterweise auch noch Jeanny genannt, vom Backblog Zucker, Zimt und Liebe auf einem Condor Nonstop-Flug von Frankfurt auf die Malediven. Aber nicht wirklich zum wochenlangen Entspannen – denn wir haben eine Mission und sind nur wenige Tage hier.

Wir wollen Condor Cocos Cookies backen – und damit die Gäste auf dem Rückflug in das kalte, vorweihnachtliche Deutschland beglücken. Zurückfliegen ist ja bekanntlich die schlimmere Richtung. Unsere Aufgaben sind klar verteilt: Jeanny hat die Rezepte kreiert und will das Backen übernehmen. Ich mache wie immer miese Witze und drehe den kleinen Film zur Mission. Eine große Überraschung gab es schon direkt beim Boarding in Frankfurt. Ich treffe die Condor-Purserinnen Christine und Kathi wieder, die mich auf meiner anstrengenden Missoin als Flugbegleiter-Trainee auf dem Langstreckenflug nach Südafrika so lieb betreut haben. Welch’ Freude! Die Zwillinge Jessica und Jennifer aber sehe ich heute zum ersten Mal - und da ich selber Zwilling bin fangen wir sofort an zu schnattern.
 


Ich erspare euch jetzt vorerst die Details zu unserem Luxus-Aufenthalt in der neuen Business Class der Condor, darüber schreibe ich aber demnächst hier einen ausführlichen Test. Wichtig ist, dass wir die Zwillinge überreden konnten uns beim Kekse Backen zu helfen. Und das war so:



Ja, das war eine ziemlich paradiesische Aktion - und sogar ich habe Kekse ergattert und bin ordentlich in Weihnachtsstimmung gekommen. Am Freitag geht es dann für mich auch endlich nach Hause zu meiner Zwillingsschwester Tine nach Hameln. Tines Kekse sind  schon fertig und warten auf mich.  

Also  -   liebe Reisefreunde:

Ich wünsche euch frohe Weihnachten!

Vielen Dank an Condor, die mich auf die Reise eingeladen hat. Ach übrigens: ins Cockpit darf natürlich nicht jeder! Die Condor hat uns für die Vidoeaufnahmen eine Supersonderausnahme bei den zuständigen Behörden besorgt.

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Harz

Es ist ein bisschen wie im Märchen. Es war einmal eine Frau die vor vielen Jahren nach Quedlinburg zog. Sie hatte eine Vision, nämlich unter anderem den Weihnachtsmarkt noch schöner zu machen. Also erfand sie den "Advent in den Höfen".


Das ist nur die kurze Version einer langen Geschichte, die mir die charismatische Gabriele Vester bei einer Tasse Kaffee erzählt. Längst hat sie wie im Märchen einen besonderen Namen für ihr Engagement bekommen: Frau Advent wird sie genannt, wie passend. Wir sitzen in ihrer bezaubernden Wohnung, die in jedem „Schöner Wohnen“ Magazin ein Augenfang wäre.

Hinter den Glasscheiben zu ihrem Hof stehen an diesem Eröffnungswochenende schon hübsche Stände. Kunsthandwerk wird hier angeboten, kein Ramsch, kein billiges Gedöns. Ich finde, das passt zu Quedlinburg. Denn die Stadt, die längst zum UNESCO Kulturerbe zählt, kommt daher wie aus dem Bilderbuch. Ganze Bände könnte man über die Geschichte von Quedlinburg schreiben, aber das findet hier keinen Platz.

Unter uns befindet sich ihr Laden, der mit wunderschönen Weihnachtsdekorationen gefüllt ist. Es ist fast kein Durchkommen, die neugierigen Besucher reihen sich geduldig ein, um einen Blick auf die leuchtenden Bäume, die zarten Weihnachtskugeln und die goldigen Engel zu erhaschen.

Alles ist von Hand ausgewählt, einige Dinge so rar, teuer und selten, dass sie gar nicht verkauft werden, aber für jeden immerhin zu bewundern sind. Frau Vester ist eine wahre Stilikone, nur was ihren hohen Ansprüchen genügt, findet sich für die Vorweihnachtszeit in ihrem Lädchen wieder.
 

Gewärmt von dem inspirierenden Gespräch mit Gabriele Vester ziehe ich weiter in die Kälte und schaue mich in Quedlinburg um. Die alten Häuschen der Altstadt schmiegen sich aneinander, in den kleinen Gässchen mit eigenartigen Namen wie "Hölle" könnte man sich glatt verlaufen. Gerade zur Weihnachtszeit ist das optisch ein wahrer Genuss.

Der "Advent in den Höfen" ist dabei ein ganz besonderer. Wo sonst das ganze Jahr die großen Toren der Privathäuser zubleiben, erhascht man hier in nur wenigen Wochen einen schönen Einblick in urigen und guten Geschmack. Ich erkunde alle Höfe, jeder ist unterschiedlich. Es gibt einen schwedisch inspirierten Hof, einen, in dem den ganzen Tag musiziert wird und den Hof von der "Schneekönigin", einer Freundin von Frau Vester.

In den Advent Höfen dürfen nur ausgewählte Händler stehen. Wie hier bei Frau Vester der Stand von "Frau Holle", wie sich nennt. Ich sag ja: märchenhaft.... Ihre handgemachten Filz-Geschenke sind kunterbunt und vor allem mit Liebe gemacht. Dick eingemummelt sitzt sie bei Ihren Waren, neben ihr dampft ein Tee. Ein nachbar Verkäufer kommt zum Schnacken rüber. Die Händler kennen sich längst alle und ziehen an einem Strang.


Der Avent in den Höfen hat sich über die Jahre natürlich herumgesprochen. Ein spontanes Zimmer in Quedlinburg zu ergattern ist so gut wie unmöglich. Immer neue Ideen werden in der Stadt geboren - Weihnachtsfilme werden öffentlich gezeigt, überall in der Stadt servieren Geschäfte heißen Glühwein oder Zuckerwatte für die Kleinen. Es ist eben fast zu schön, um wahr zu sein.

Nur eine knappe Stunde Autofahrt entfernt, auf der anderen Harzseite erreiche ich Goslar. Als Kind war ich schon einmal hier, aber ich kann mich an kaum etwas erinnern. Umso überraschter bin ich, dass mir nicht bewusst war, wie gut auch hier die mittelalterliche Altstadt erhalten ist.

Um die Kirche befindet sich der Marktplatz, an dem jetzt der Weihnachtsmarkt stattfindet. Vor dieser urigen Kulisse der Fachwerkhäuser mit ihren typischen Schieferdächern duftet es aus allen Richtungen. Zimt, Glühwein, gebrannter Mandeln, frischer Stollen und natürlich Deftiges schnuppere ich in der Luft. Es gibt auch einen kleinen Kunsthandwerk-Bereich, nur ein paar Schritte weiter im Grossen Heiligen Kreuz.

Das einzige was an diesem Wochenende noch gefehlt hat ist Puderzucker-Schnee. Aber das wäre dann wirklich zu märchenhaft gewesen. 

Mehr Tipps für Quedlinburgs "Advent in den Höfen":
Wer 2015 nicht nur für einen Tag, sondern auch für eine oder mehr Nächte kommen will, der sollte am besten jetzt schon buchen. Die Unterkünfte sind schnell ausverkauft! Wer etwas Besonderes mag, dem kann ich das Romantik Hotel vor Ort empfehlen. Oder ihr schaut, ob die lieben Töchter von Frau Vester noch Platz in ihrer Ferienwohnung haben.

Auf meine Reise hat mich Harz Info eingeladen, auf der Internetseite findet ihr noch mehr Unterkünfte und Informationen zu Weihnachten im Harz.

Jägermeisters Weltnest Wolfenbüttel

Gastpost von Christoph Karrasch
Ich bin fest davon überzeugt, dass man – sofern man als Schüler das deutsche Schulwesen genießen durfte – den großen deutschen Dichtern gegenüber kein gesundes Verhältnis aufbauen kann. Was ich hauptsächlich mit Goethe, Schiller und Lessing verbinde, sind grässliche Nachmittage mit dem Werther, den Räubern und Emilia Galotti. Zwangslektüre in Deutsch, keine Themen, die einen im entsprechenden Alter auch nur ansatzweise interessieren würden.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das alles sind wahnsinnig große Werke, die Deutschland den Weg zum Land der Dichter und Denker geebnet haben – und vielleicht würde ich sie heutzutage, sollte ich sie noch einmal hervorkramen, sogar verstehen. Aber sind wir doch mal ehrlich: All diese gelben Reclam-Hefte kleben wie Traumata in unserer Erinnerung. Wenn man sie einmal erlebt hat, möchte man sie am liebsten für immer vergessen.
Lessinghaus in Wolfenbüttel

Ich komme darauf, weil ich neulich über ein Zitat von Gotthold Ephraim Lessing gestoßen war, als ich mich auf meinen Ausflug nach Wolfenbüttel vorbereitet habe. „Was soll ich denn in Wolfenbüttel, diesem gottverlassenen Nest?“ soll er mal gesagt haben. Lessing hat nämlich seine letzten Jahre in diesem kleinen Ort im Braunschweiger Land als Bibliothekar verbracht. Leider war der edle Hof bei seiner Ankunft inzwischen von Wolfenbüttel zurück nach Braunschweig umgezogen – in Wolfenbüttel blieben nur die armen, uninteressanten Leute. Kein leichtes Los für so einen großen Mann.




Was mich überhaupt nach Wolfenbüttel verschlagen hat? Der Jägermeister. Ja, der Jägermeister. Ein Getränk, das mir selbst nicht sonderlich gut schmeckt, dessen Werdegang ich aber sehr beeindruckend finde. Immerhin hat es von dieser Kleinstadt aus die Welt erobert und wird noch immer hier produziert. Von dem Halbbitterlikör werden pro Jahr rund 90 Millionen Flaschen in über 100 Länder exportiert.

Ich ließ mir das Werk zeigen
, versuchte (ganz investigativ!), die supergeheime Geheimmischung aus 56 Gewürzen und anderen Zutaten herauszufinden (leider vergeblich...) und schmunzelte über alte Werbeplakate, die in der Galerie des Werks aushängen. Zum Beispiel wird dort eine mäßig attraktive Frau mit Kurzhaarfrisur und Wollpulli zitiert: „Ich trinke Jägermeister, weil ich zwar den Numerus Clausus nicht geschafft habe, dafür aber die Nummer mit Claus.“ Ganz mein Humor!


Leider gibt es keine Fotobeweise von der Tour durchs Werk, weil Fotografieren streng verboten ist. Das hat aber ausnahmsweise nichts mit gut gehüteten Markengeheimnissen zu tun, sondern mit der Sicherheit der Stadt Wolfenbüttel. In der Fabrik werden ständig 300.000 Liter reinster Alkohol zum Mischen gelagert. Sollte davon mal aus Versehen etwas austreten und im selben Moment ein Besucher seine Kamera fallenlassen, deren Akku beim Aufprall einen Funken auslösen könnte – ja, dann dürfte in Wolfenbüttel, diesem gottverlassenen Nest, mal so richtig Fasching sein.


Diese Reise ist Teil einer Kampagne zwischen 
Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus Niedersachsen findet ihr auch hier bei Reisefreunde, bei ReisedepeschenSmaracujaKöln Format, JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Sportunterricht beim splitternackten Hamlet


Gastpost von Christoph Karrasch
Weiß jemand von euch, von wem das Teppichmesser erfunden wurde? Wahrscheinlich mal wieder von irgendwelchen amerikanischen oder britischen Tüftlern in der Blütezeit der Industrialisierung... Ha, denkste! Die Vorläufer des Cutters sind über 300.000 Jahre alt und stammen von unseren Urahnen aus der Altsteinzeit. Weil sie sich beim Werkeln mit den scharfen Feuersteinen ständig selbst verletzten, entwarfen sie sogenannte Klemmschäfte, in die sie die Steine einklemmen konnten, um unversehrt arbeiten zu können.

Dies ist nur eines von vielen Details über den enormen Intellekt der Steinzeitmenschen, den ich beim Besuch im Paläon in Schöningen kennenlerne. Ich bin wahrlich kein großer Fan von Museen, aber dieses Exemplar im Braunschweiger Land zeigt ziemlich eindrucksvoll, was man heutzutage über das Phänomen Urmensch weiß.

Größter Schatz sind die Schöninger Speere, die ältesten jemals entdeckten Jagdwaffen der Menschheitsgeschichte, die hier vor zwanzig Jahren in der benachbarten Braunkohletagebaugrube gefunden wurden. Die Originale sind hinter Glas zu bewundern, die originalgetreuen Nachbildungen darf jeder mal anfassen – und sogar draußen mit ihnen das Werfen üben. Das will ich selbstredend ausprobieren!

Auf dem Weg nach draußen laufe ich an einem etwa 1,60 Meter großen, stark behaarten Mann vorbei, der splitternackt (ja, mit allen Details) vor mir hockt und von den Menschen hier Hamlet genannt wird. In seinen Händen hält er einen Pferdeschädel. Er schaut mich mit starrem Blick an, so als würde er sagen wollen: „Na, los! Versuch doch mal, dir mit dem Speer auch so eine fette Beute zu fangen.“ Und dann bilde ich mir ein, wie er mir noch hinterher ruft: „Natürlich nackt – wir hatten damals ja auch keine Kleidung.“

 
Nun, wer ab und zu verfolgt, was ich auf meinem Video-Reisekanal so tue, weiß zwar, dass ich durchaus auch mal dahin gehe, wo es wehtut. Aber auch ich habe Grenzen – und lasse meine Klamotten beim anschließenden Sportunterricht an. Das hätte sonst reichlich albern ausgesehen, glaube ich.


Diese Reise ist Teil einer Kampagne zwischen 
Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus Niedersachsen findet ihr auch hier bei Reisefreunde, bei ReisedepeschenSmaracujaKöln Format, JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Edgewalk Video: Toronto von oben

Es gibt Abenteuer die man durchaus zweimal machen kann. Und trotzdem klopft mein Herz wie wild. Aber nicht aus Angst, denn nicht weiß ja schon was jetzt auf mich zukommt. Es ist eher die Aufregung und Freunde, mehr ein belustigtes Kribbeln im Baum. Meinem Begleiter Adrian geht es da etwas anders. Er wird immer blasser. Wir betreten den CN Tower, das Wahrzeichen der Stadt Toronto und wollen den Edgewalk mitmachen. Hoch oben auf 356 Meter werden wir gleich - doppelt und bombenfest angeleint - über ein starkes Gitter gehen, dass den Turm umläuft. Unter uns die Stadt.

Die Sicherheitsmaßnahmen für die Vorbreitung sind beträchtlich: jedes noch so kleine Fitzelchen Papier muss aus den Hosentaschen, Brillen werden fixiert, Kaugummis müssen vorher ausgespuckt werden, nichts aber auch nichts darf locker sitzen. Nicht mal lockere Stiefel darf man tragen, ich bekomme daher Schnürschuhe gestellt. Aber Adrian beruhigt das nicht wirklich, er hat schreckliche Höhenangst. Dass er das überhaupt alles mitmacht ist bewunderswert. Heldenhaft. Nach dem wir in spezielle Overalls gesteckt werden, uns die Sicherheitsgurte angelegt werden, und vor allem nachdem alles dreifach, nein vierfach überprüft ist, geht es im Fahrstuhl mit gläsernem Boden nach oben. Kameras darf man auf keinen Fall mitnehmen, das wusste ich schon. Aber ich habe eine kleine Extrawurst bekommen: ich trage eine Helmkamera, die normalerweise von den Guides getragen wird. Dann endlich sind wir oben.


Edgewalk CN Tower in Toronto from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Nochmal wird geprüft, nochmal werden alle Gurte gecheckt. Und dann geht es raus. Wie eine kleine Entenfamilie dackeln wir mit kleinen Schritten in die kalte Luft, die Aussicht von hier oben raubt mir wieder den Atem. Bis zu 80 Kilometer weit können wir sehen, Toronto liegt zu unseren Füssen. Jetzt folgen die Kommandos. In die Hocke gehen, sich in die Sicherungsseile legend langsam rückwärts zum Rand der Gitterplattform tapsen und sich dann nach hinten legen, der Körper schwebt über der Stadt. Für Adrian die reinste Qual, aber er macht mit. Großartig. Ich versuche, meinen Kopf nicht zu schnell zu bewegen, denn die Kamera ist extrem weitwinkelig. Dann das nächste Kommando: wir drehen uns zur Stadt und gehen so nah an den Abgrund wie möglich. Mit beiden Händen halten wir uns am vorderen Seil fest und lehnen uns dann mit dem Oberkörper nach vorn. Schräglage über der Stadt. Die Hände lassen los. Nur von den Seilen wird man gehalten. Ein Riesenspaß. Ich stelle mir vor, ich wäre Superwoman. Und das ist meine Aussicht:


Mein Herz macht einen Sprung, der Himmel wird langsam vom Sonnenuntergang gefärbt, wir haben die perfekte Zeit erwischt. Ein paar Fotos werden von jedem einzelnen geschossen, noch einmal laufen wir gemeinsam genau am Rand des Gitter entlang, und dann geht es nach ziemlich genau einer halben Stunde wieder hinein. Das Abenteuer ist leider schon beendet. Adrian freut sich und kann alles noch gar nicht fassen. Erst später sagt er zu mir: "Ich kann immer noch nicht glauben, dass du mich dazu überredest hast". Und ich antworte: "Das warst doch alles du selber." Es ist wie immer im Leben, man muss nur den Mut haben, seine Grenzen zu überwinden. Und das geht wahnsinnig gut da oben, auf 356 Meter Höhe über Toronto.

Mehr Infos über den Edgewalk:
Das Abenteuer Edgewalk kostet 175 Kanadische Dollar -  darin sind enthalten: ein kleines Video (vom Guide gedreht), Fotos und das obligatorische Zertifikat, das bei mir nun in doppelter Ausführung in einer Schublade schlummert. Der Edgewalk geht vom 4. Januar bis 13. April 2015 in einen kleinen Winterschlaf. Insgesamt muss man circa 1,5 Stunden für den Spaß einplanen, die Vorbereitungen dauern locker eine halbe Stunde, der Gang oben selbst 30 Minuten und bis man dann wieder unten ist, sich wieder umgezogen hat und die Fotos und Videos fertig sind, dauert es noch einmal eine halbe Stunde. Anziehen: in den kalten Monaten natürlich mollig warm. Seine Jacke kann man nicht anlassen, daher also an Zwiebelschicht denken und festes Schuhwerk, am besten geschnürt, anziehen. Es gibt aber auch Leihschuhe. Nur mit viel Glück kann man spontan noch Plätze ergattern, am besten bestellt man seine Tickets online vor. 



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