Neuseeland: eine Liebeserklärung

Ein gefühlsduseliger Auftakt in einem der schönsten Länder dieser Erde

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Beschwipst durch Neuseeland



"Oh, du kommst aus Deutschland? Dann musst du unseren Riesling probieren!" - das sagt mir fast jeder Winzer, den ich auf meinen beiden Wein-Touren in Neuseeland treffe. Vielleicht wissen die nicht, dass ich unseren deutschen Riesling wirklich mag. Also probiere ich sicherlich mindestens sechsmal Neuseeländischen Riesling. Und nur einmal reicht ein mir angebotener Schluck an die Qualität und Feinheit unserer deutschen Variante ran. Ätsch! Die Neuseeländer haben ja sonst genug zum Prahlen: super Essen, freundlichste Bewohner, den besten Kaffee der Welt, die schönen Landschaften... und und und. Nur der Riesling ist definitiv bei uns besser. 



Die Neuseeländer sind Profis in Sachen Pinot Noir, Sauvignon Blanc und Chardonnay (der mir eigentlich nicht schmeckt, hier aber sehr wohl!). Da sei ihnen eine besondere Auszeichnung mit goldenem Orden gegönnt. Aber ich will euch hier nicht mit langweiligen Weinbeschreibungen quälen, ein Experte bin ich natürlich nicht. Ich weiß nur: es schmeckt oder es schmeckt eben nicht. Was sich zudem lohnt sind nicht nur die schmucken Weingüter selber, sondern das köstliche Essen das dort nebenbei serviert wird und vor allem die Art, wie man auf die Weingüter kommt. Denn: selber auf Weintour zu fahren ist logischerweise keine gute Idee. Nach beiden Weintouren, an denen ich teilgenommen habe, hatte ich trotz vornehmer Zurückhaltung ordentlich einen im Tee. 

Hier meine Topliste für die Weingüter in rund um Queenstown und Wanaka auf der Südinsel Neuseelands:



Die lustigste Art eine Weintour zu machen: Funny French Cars
Nomen est Omen - man knattert in alten Wagen der französischen Marke Citroen durch Central Otago, einer der Weinregionen Neuseelands und besucht Weingut für Weingut. Das allerbeste daran ist die Fahrerin Julie, die es faustdick hinter den Ohren hat und deren ulkiger Humor jeden trockenen Weintropfen um Längen schlägt. Im strengen Chanel-Style-Kostüm mit Hütchen sitzt sie hinterm Steuern, fährt auch mal offroad, nur um näher an die Reben zu kommen und haut dabei einen Witz nach dem anderen raus. Ein absolutes Highlight!



Das beste Essen auf einem Weingut
Beim Essen kenne ich mich sicherlich besser aus als bei Weinen. Aber die hohe Qualität, die hier überall angeboten wird, hat mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bei Wild Earth Wines ist - neben den köstlichen Zutaten aus der Region - die Zubereitungsart der Speisen einmalig: viele der Gerichte werden in alten Weinfässern gedämpft oder gegrillt zubereitet! Das sort für ein einmaliges Geschmackserlebnis. Wenn dann noch der charismatische Besitzer Quintin Quider mit am Tisch sitzt und Geschichten aus seinem früheren Leben (er war Profitaucher) erzählt, dann hat man richtig Glück!



Außerhalb meiner Wein-Touren waren wir an einem Abend auch bei Amisfield, ganz nah an Queenstown gelegen. Hier kocht der Amerikaner Jay Sherwood als wäre er ein junger Gott. Wie so oft in Neuseeland kommt das Essen auf großen Platten auf den Tisch und jeder bedient sich. Alle Gerichte waren erstklassig und voller Geschmack - kein Wunder, wenn das knusprige Lamm nur wenige Meter weiter auf einer saftig grünen Wiese aufwachsen durfte. 



Für die Köche beider Vineyards gab es deshalb meine persönliche "Kiss the Chef"-Auszeichnung! Hab ich ein Leben!



Der witzigste Winzer...
war Jeremy Railton von Mount Rosa Wines. Alle Kiwis, die ich auf meiner Reise getroffen habe, waren ja mit enormer Gastfreundlichkeit und einer großen Portion Humor gesegnet. Jeremy aber war die Krönung dieser angenehmen Eigenschaften. Sein trockener Humor und seine unprätentiöse Art haben in mir schnell den Wunsch geweckt, mich mit diesem Herren einmal ordentlich zu betrinken und blöde Witze zu reißen. Und seine Grimassen: Weltklasse! Ach ja - SEIN Riesling war übrigens der einzige, der mir richtig gut geschmeckt hat. Und falls hier jemand aus Deutschland noch einen wirklich guten Glühwein sucht, der möge bitte Jeremys Mullet bestellen. Die Qualität unserer Weihnachtsmarkt-Angebote würde sich gleich vervielfachen!



Die interessanteste Winzerin
Jenny Hawker hat viel erlebt und ist früher in einigen fremden Kulturen zu Hause gewesen. Jahrelang stand sie an der Seite ihres Mannes, einem Diplomaten, mit dem sie durch die Welt gezogen ist. Bis sich beide in den Kopf gesetzt haben im Ruhestand ein Weingut aufzubauen - natürlich in Neuseeland, im Central Otago nahe Wanaka. Ihr Haus ist dekoriert mit alten Fotos und Erinnerungen aus ihrer internationalen Zeit. Wenn sie auch eher von kleiner Statur ist: Jenny hat eine menschliche Größe, wie sonst kaum jemand auf dieser Welt. Und ihre Weine von Pisa Range sind ebenso herausragend. Gern wäre ich einen ganzen Abend geblieben und hätte ihren spannenden Geschichten gelauscht. Wieder ein Grund mehr zurückzukehren!

Also: eine Weintour durch Central Otago in Neuseeland ist ein echtes "NZMustDO". Mehr Infos findet ihr bei Funny French Cars und bei Appellation Central Wine Tours!

Prösterchen und Danke an Tourism New Zealand für die Einladung!




Mein erstes Mal: Bungeejumping

Gleich werde ich fliegen. Aber etwas ist beunruhigend. Laute Musik plärrt und ich schaue in eine 43 Meter tiefe Schlucht unter mir. Vor wenigen Minuten wurde ich gewogen (OH MEIN GOTT!!!), ich musste Papierkram unterschreiben (was hier auch noch voller Zynismus "Toe Tag" genannt wird - eigentlich eine Identifizierung für Verstorbene im Leichenschauhaus) und mir Sicherheitsanweisungen durchlesen. Alle fünf Minuten höre ich einen gellenden Schrei. Jetzt legt mir ein junger Mann auch noch ein Gewusel aus Seilen und Bändern an. Aber was wirklich beunruhigend ist: ich verspüre überhaupt keine Angst.

Ich befinde mich in Neuseeland nahe Queenstown bei AJ Hackett Karawau Bungee. A.J. Hackett war derjenige, der den Extremsport populär gemacht hat und das nötige elastische Gummiseil erfunden hat. 1987 sprang er (natürlich völlig illegal) vom Eiffelturm. Ein Jahr später gründete er sein Unternehmen und schuf den Ort, wo ich jetzt stehe.


Es ist recht kalt und auch windig, die Sonne will sich heute ausnahmsweise mal nicht so früh blicken lassen. Vor mir ist meine Reisebegleiterin Paula dran. Sie hat sich extra ihre „Happyhose“ angezogen: eine bunte lange Leggins. Ich musste Paula ein wenig beruhigen, denn sie hat Angst vorm Fallen. Aber sie springt trotzdem. Mutig! Ich habe immer noch keine Angst. Nicht mal ein bisschen.


Noch nie bin ich Bungee gesprungen, aber ich wollte es schon immer machen. Wo, wenn nicht in einem der Mutterländer dieses Adrenalin-Kicks? Und nun bin ich dran, tapse in Zwergenschritten auf dem Vorsprung der massiven Brücke nach vorne. Der Mitarbeiter sagt mir, in welche Kamera ich winken und lächeln muss - und das tue ich aus voller Vorfreude. Er sagt noch irgendwas zu mir, aber so richtig verstehe ich ihn nicht, denn meine Gedanken sind mit etwas anderem beschäftigt. „Ich will richtig fliegen, wie ein Vogel! Nicht mit em Hintern zuerst!“ brülle ich ihm gegen den Wind entgegen. Worauf er mir die kurze und pragmatische Anweisung „Möpse raus und Kinn hoch!“ gibt. 

Also mache ich genau das. Ich breite meine Arme aus und stelle mir vor, ich wäre eine Boeing mit Winglets. Und eine Sekunde später zählt er auch schon runter „Drei, zwei, eins“. Ich will irgendwie richtig abspringen, schaffe das aber nur leicht.

Und dann springe und fliege ich. Was jetzt passiert, geschieht in wenigen Sekunden, alles geht blitzschnell: Das Blut schießt in meinem Kopf. Ich versuche vor Freude zu schreien, aber die Schwerkraft drückt auf meine Lungen. Ich krächze mehr, als das ich schreie.

Und zack, fängt mich das Gummi an meinen Füssen, und der freie Fall ist beendet. Ich werde mit einem Ruck nach oben gezogen und verliere komplett die Orientierung. Ich sehe in einem Strudel das Wasser unter mir, ich sehe die Landschaft hinter mir. Alles verschwimmt vor meinen Augen. Ich pendele und weiß nicht mehr wo ich bin. Aber eins weiß ich: ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. Als ich langsamer werde und sich mein Gleichgewichtssinn wieder meldet, erkenne ich auch das Boot unter mir. 

Die beiden Männer fokussieren mich und reichen mir eine weiße Stange, um mich an Bord zu ziehen. Ich greife zu und werde reingezogen. „Toll“ sagt einer und fragt „Dein erstes Mal?“- „Yeah“ keuche ich außer Atem. Und er nickt und brummt „Respekt!“ Bin ich wirklich die 43 Meter runter in die Tiefe gesprungen? Fassungslosigkeit.


My Bungy Jump from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Für mich kommt das schwierigste jetzt erst: ich muss die steilen Treppenstufen wieder nach oben gehen. Paula empfängt mich, wir fallen uns in die Arme. Partners in Crime und Adventure. So einfach war das. Später im Video höre ich einen der Kameramänner überrascht brüllen „Kicks-Butt-dive“ – was wohl so viel heißen soll wie „Cooler Sprung“ und ich fühle mich ein wenig geehrt. Aber ich weiß schon jetzt: das nächste Mal springe von einer noch höheren Brücke. Vielleicht habe ich dann auch endlich mal ein wenig Bammel.


Danke an Tourism New Zealand für die Einladung!

Kia Ora Queenstown

Mein Körper meint, es sei jetzt aber wirklich Zeit zum Aufstehen. Außerdem knurrt mein Magen. Ich tapse aus meinem gemütlichen Bett und gehe zum Vorhang meines Hotelzimmers. Draußen ist es stockdunkel. Es ist gerade mal 4 Uhr. Kia Ora Jetlag. Das was in pechschwarz vor mir liegt (und daher nicht wirklich fotografierbar ist) ist Queenstown am Ufer des Wakatipu Sees. Den hatte ich auch schon am Tag zuvor kurz nach Landung gesehen und meinen Augen kaum getraut. Eingetaucht in warmen Farben des Sonnenuntergangs, umzingelt von majestätischen Bergen breitete er sich vor meinem Auge aus und schimmerte in türkisen Farben. Genau da will ich hingehen, wenn die Sonne es über den Berg geschafft hat - das wäre dann in etwa 6 Stunden. 

Gott sei Dank ist mein Hotel nicht nur wirklich schön – in meinem Zimmer finde ich auch eine French-Press Kaffeekanne und Kaffee. Normalerweise ist ja Hotelkaffee fürchterlich. Dieser ist genial und die perfekte Einstimmung, von der ich aber noch nichts ahne. Denn in Neuseeland gibt es fast überall, auch in den kleinsten Dörfern den besten Kaffee der Welt. Nur nicht in den anderen Hotels, die ich nach Queenstown besuche. Aber das weiß ich noch nicht.

Endlich gibt es Frühstück. Ich bin die erste im Frühstücksraum, und als ich die Speisekarte sehe, stelle ich mir vor, wie viel besser meine kleine Reisewelt wäre, wenn ich in allen Hotels dieser Erde immer so eine herrliche Auswahl vorfinden könnte. Denn: es gibt hier im Queenstown Park Boutique Hotel kein langweiliges, vor sich hin dampfendes Büffet, sondern nur ein à la Carte Menu. Ich bestelle Eggs Benedict. Später werde ich noch feststellen, dass ich irgendwie wohl ein Kiwi sein muss. Denn Kiwis lieben dieses köstliche Frühstück, genau wie ich. 

Dick eingemummelt latsche ich wenig später los. Es ist Winter in Neuseeland, was einige der mir entgegenkommenden Kiwis allerdings nicht davon abhält, kurze Hosen und Flipflops zu tragen. Na gut, vielleicht bin ich doch kein Kiwi. Queenstown liegt zu meinen Füssen, eine winzige Stadt – und doch cool. Gerade findet das Queenstown Winter Festival statt, eine Bühne ist am See aufgebaut, erst später am Abend werden Konzerte stattfinden. Ich will aber eh die besten Cafés suchen, denn ich brauche mehr Kaffee, um meine Augen richtig auf zu bekommen.
Die Hipster träfen sich im Vudu Café & Larder, hörte ich. Und tatsächlich: Jeder Platz ist belegt mit allerlei coolem Volk. Das Café ist im Vintage-Industrial Chic gestylt; an den Wänden hängen Fotografieren aus dem alten Queenstown. Ein quirliger Laden. Und als ich der Theke mit den Auslagen der hier selbst gemachten Bio-Backwaren sehe, ahne ich warum es auch sonst hier so voll ist.
 
Es gibt sogar einen zweiten, kleineren Laden, in den ich kurz später reinschaue. Auch hier stehen sie Schlange. Alle warten geduldig, ich sehe kein einzig grimmiges Gesicht zur so frühen Stunde. Die Menschen meiner Stadt Berlin sollten hier mal einen Glücks-Workshop machen. Denn ja: die Kiwis gehören zu den glücklichsten Menschen der Welt – und das merkt man.

Nur ein paar Schritte weiter entdecke ich Joe’s Garage, DER Tipp vom Koch aus meinem Hotel. Aus einem Postsortierraum in einer Garage haben die Besitzer vor 14 Jahren ein Café gebaut – und sind mittlerweile so erfolgreich, dass es inzwischen ganze sieben „Fillialen“ in Neuseeland gibt. Innen sieht es aus wie in einem amerikanischen Diner: Hungrige Menschen sitzen an der Bar und schauen den flinken Mitarbeitern zu, wie sie Eier braten und Bacon knusprig werden lassen. Auch hier ist kein Plätzchen zu ergattern. Ich bekomme schon wieder Hunger. Mist! In Deutschland wird jetzt gerade schon verspätet zu Mittag gegessen.

Ich bestelle den in Neuseeland erfundenen „Flat White“ Kaffee zum mitnehmen und einen Scone und bummele runter zum See, den die Sonne mittlerweile anstrahlt, als wäre auch sie der glücklichste Stern im Universum. Kein Wunder bei der Aussicht.

Am Abend besuchen meine entzückenden Mitreisenden und ich eine heilige Pilgerstätte. Aber nein, nichts Religiöses im herkömmlichen Sinne. Wir pilgern zu Fergburger - DEM Burgerladen in Queenstown. Schon vor meiner Reise wurde ich von etlichen Freunden angefleht, genau dort hinzugehen. Denn dieser Laden scheint auf der ganzen Welt einen hervorragenden Ruf zu haben. Meine erste Überraschung: es ist Imbiss, kein Restaurant. Innen zwängen sich junge Hungrige an Stehtischen, auch draußen lauern sie und warten brav und trotz Kälte auf ihr Essen zum Mitnehmen. Wir hatten vorab per Telefon bestellt und bekommen recht zügig unsere braunen Papiertütchen. Als ich meinen Burger am Ufer des Wakatipu auspacke mag ich meinen Augen nicht trauen. Der Burger ist riesig! Meine Wahl fiel auf einen „Sweet Bambi“ Burger, den hatte mir mein Lieblingsschwede Klaus-Heidi empfohlen. Ein Biss. Ein Geschmackserlebnis. Ein innerer Jubelschrei. Lecker. Ich esse alles auf. Mittlerweile ist es 21h. Einen Drink im nahe gelegenen Cowboys schaffe ich gerade noch – bis sich mein Körper erneut meldet: es ist Zeit zum ins Bett gehen. Ich muss mich schonen -  ist ja auch der erste Tag und morgen will ich mich ja auch von einer Brücke stürzen.

Kia Ora Neusseland, das fängt ja gut an...

Mehr Tipps für Queenstown findet ihr auf meiner Foursquare Liste (ja, gibt es noch!).

PS: "Kia Ora" aus der Sprache der Māori ist eine traditionelle Begrüßung in Neuseeland und wird auch benutzt um Danke zu sagen. Darum: Kia Ora an Neuseeland Tourismus für die Einladung.

Liebeserklärungen an Neuseeland

Ich hatte ja vorher keine Ahnung, nicht mal die Hobbit Bücher habe ich gelesen. Als ich einmal irgendeinen der Herr der Ringe-Filme in der Berliner Waldbühne sah, verstand ich nur Bahnhof, aber schon damals habe ich gedacht: da haben die ja mächtig viel Arbeit gehabt, um die Kulisse für den Film aufzubauen. Wie dämlich ich war.

Jetzt stehe ich vor der Kulisse, die gar keine ist. Alles ist echt und das macht mich fassungslos. Aber Neuseeland war keine Liebe auf den ersten Blick. Meine Reisefreunde Nina, Matze, Nadin und ich kamen nach 48 Stunden Anreise in Auckland an, es regnete. 

Unsere Anreise bestand aus ganzen vier Flügen (Berlin-München-Singapur-Auckland-Queenstown) – aber hatten wir richtig viel Glück und wurden von Singapore Airlines nicht nur auf allen Langstrecken in die luxuriöse Business Class upgegradet, sondern auch noch in die Silver Kris Lounge am Flughafen Singapur eingeladen. Das hat uns die 18.000 Kilometer-Reise ans andere Ende der Welt natürlich enorm erleichtert. Aber dann: Ankunft in Auckland. Es war kalt. Und nass. Unser Sommer ist auf der anderen Seite der Erde Winter. Mich erinnerte das Wetter bei der Anreise an unseren November. Und ich dachte nur: hoffentlich wird auch irgendwann mal die Sonne scheinen. Wie dämlich ich war.

Neuseeland ist ein 360 Grad Land. Was das heißt: Auf der Südinsel hätte ich mich Millimeter um Millimeter um meine eigene Achse drehen können und aus jeder Perspektive ein Foto schießen können. Jedes einzelne Foto wäre der Knaller gewesen. Darum: 360 Grad.

Wenn ihr noch ein paar Minuten Zeit habt, dann schaut euch doch mal dieses kurze Einstimmungsvideo von mir an:


Mein Neuseeland / My New Zealand from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Schon am ersten Tag - nach dem ich mich müde und wacker auf den Beinen gehalten habe - kribbelte es im Bauch. Ich dachte, es sei nur eine kleine Verliebtheit, die man sich bekanntlich gern weit weg von zu Hause mal gönnt. Und ich habe das Gefühl erst mal abgetan. Wie dämlich ich war.


Mit jeder Unternehmung, mit jeder neuen Kurve auf der wir in unserem Wagen über die Insel zu einem neuen Ort düsten, wurde das Gefühl stärker. Die Menschen, denen wir auf unserer Reise durch Neuseeland begegneten, waren das Salz in der Suppe. Die Kiwis sind so freundlich, dass man es – gerade wenn man aus Berlin kommt – kaum fassen mag.

Fangen wir mit Paula an, die Frau die uns eingeladen hat. Ein Energiebündel, hilfsbereit, ein Organisationstalent, ein zauberhaftes Wesen, dass mit einem Lächeln durch das Leben läuft, so ansteckend und erfrischend, dass es jedem Menschen, der ihren Weg kreuzt, automatisch warm ums Herz wird. Ein typischer Kiwi. Mit ihr hatte ich meinen Bungysprung, trotz absoluter Angst vorm Fallen stand sie mit mir oben auf der Brücke und hat den Sprung gewagt und natürlich auch geschafft. Ich nenne sie Matchmaker, sie hat mich und Neuseeland zusammengebracht und mein ewiges Feuer für dieses Land entfacht. Paula hat uns Land und Kultur gezeigt, sich um uns gekümmert wie eine Mutter, Schwester und beste Freundin, hat uns zum Lachen gebracht und zum Abschied von ihr und ihrem wunderschönen Land auch zum Weinen. Das hätte ich so nie gedacht. Wie dämlich ich war.


Und dann erst meine Mitreisenden. Um mal aus dem Bloggerleben zu plaudern: nicht immer, aber manchmal bin ich mit mehreren Bloggern unterwegs. Oft ist die Stimmung gut auf Reisen, manchmal zwickt es an einigen Ecken. Aber noch nie war meine Reisegruppe so entspannt und homogen.

Meine erweiterte Liebeserklärung geht an Nadin, die ich noch nicht kannte und die für i-ref dabei war. Ein warmer Mensch, aufrichtig, ehrlich und lustig und vor allem: schockverliebt in alles, was in Neuseeland am Wegesrand auf vier Beinen auf Wiesen steht. Ihr vergnügtes Quietschen vor Freude und Aufregung, wenn sie Rehe oder Schafe aus dem Autofenster sah, hat mich auch nach neun Tagen nicht genervt, sondern mich gefreut. Ich werde nicht vergessen, wie sie am vorletzten Tag das große Los gezogen hat. Wir mussten auf einer schönen Landstraße stoppen, weil eine Schafherde auf eine andere Wiese getrieben wurde. Und Nadin stürzte aus dem Auto, sprang vor Freude jauchzen in die Luft, riss ihre Arme nach oben. Für ein Foto. Mit ihren Schafen. Herzerwärmend. Bei ihr flossen schon am zweiten Tag unserer Reise als erstes die Tränen, vor Rührung über die Schönheit der Landschaften, ihrer Dramatik. Tränen der Fassungslosigkeit. Ich dachte, so rührselig würde ich nie sein. Wie dämlich ich war.
Und Matze, einem der Macher von Mit Vergnügen, über den ich schon so viel gehört hatte, aber noch nicht persönlich kannte. Unser Quotenmann. Oft augenscheinlich ruhig, besonnen und doch völlig durchgeknallt, ehrlich und herzlich. Witze schossen wie Pfeilspitzen schnell und überraschend durch die Luft. Jedes Wort wie eine kleine Explosion, jedes Wort ein Treffer. Kein Tag, an dem ich nicht über seinen trockenen Humor lachen musste. Seine für Neuseeland kreierte Instagram Signatur Pose – eine Hand auf dem Bauch, eine Hand zum Peace Zeichen erhoben – werde ich genauso vermissen, wie seine lustigen, messerscharfen Sprüche. Und als dann auch bei ihm nach einer unseren Touren die Tränen durch die Drüsen flossen, hat er mein Herz erobert.


Nina, ich hoffe, ihr kennt sie schon, denn sie ist einer meiner liebsten Menschen auf dieser Welt – die tolle Frau hinter Smaracuja. So lange am Stück war ich noch nie mit ihr zusammen - und weiß ich jetzt mehr über sie. Was schön ist. Ich lieb sie eh heiß und innig und finde alles was sie macht einfach großartig. Aber zu sehen, wie sprachlos sie war über so viel Schönheit, mit welcher Hingabe sie die Natur filmte, wie schnell sie sich in das Fiordland verknallte und wie sehr auch sie sich in kleine Abenteuer stürzen kann - all das hat mein Herz noch weiter für sie geöffnet. Auch bei ihr kullerten dicke Tränen der Rührung über die unfassbare Schönheit von Neuseeland. Ein toller Mensch! Ich hoffe, wir bleiben Freunde, bis wir alt und tattrig sind.


Jaja, gefühlsduselig und dämlich, was für eine tolle Mischung. Aber ihr werdet sehen und lesen, was ich meine. In den kommenden Tagen verrate ich euch, was ihr in Neuseeland machen müsst und warum ihr dieses Land unbedingt besuchen müsst. Unbedingt. Ohne wenn und aber. Ach ja, vor meiner Abreise hat mich ein Freund gefragt „Wie lange bleibst du eigentlich in Neuseeland?“ – Meine Antwort „Neun Tage“ – Worauf er fassungslos zurückgab „Das lohnt sich doch gar nicht“. Ich weiß jetzt: selbst für 24 Stunden Neuseeland würde ich gern wieder zurückkehren! Wer nicht nach Neuseeland will, der ist wirklich dämlich!


Mein Dank an Neuseeland Tourismus und Singapore Airlines für die Einladung.

New York: Die besten Tipps von Locals

Früher hatte ich das beste Trüffelschweinchen für New York: Meine Zwillingsschwester Tine. 17 Jahre lang hat sie im Big Apple gelebt – und wurde sogar Amerikanerin - und auf ihre Tipps, vor allem die kulinarischen war immer Verlass. 2007 kehrte sie dann doch zurück nach Deutschland. Als ich jetzt nach etwa drei Jahren wieder in „The City“ war (damals auch schon ohne Tine), fühlt sich das irgendwie komisch an. Aber mittlerweile leben dort einige Freunde von mir – sie haben mir IHR New York gezeigt und ich gebe ihre Tipps gern an euch weiter. New Yorker Locals und ihre Lieblingsplätze:
Amandine war einst eine Praktikantin bei mir. Seit Jahren lebt sie nun schon in New York und hat Karriere gemacht. Sie ist ein echter Foodie: sie hat einen ausgezeichneten Geschmack und ist ständig in der Stadt unterwegs, um Neues zu entdecken. Hier sind ihre vier besten New York-Tipps:

La Esquina – “Speakeasy”
114 Kenmare
La Esquina heißt „Die Ecke“ und das passt – im schicken Nolita in Manhattan an der Ecke zur Kenmare Street findet man das Restaurant, das von außen wie ein Imbiss aussieht. Aber: wenn man am Türsteher vorbeikommt, darf man die Treppe runter durch die Küche gehen und ist im eigentlichen Restaurant. Was einen dort erwartet: Gute Musik, leckere Tacos und Cocktails. Frühzeitige Reservierung absolut notwendig!
Cafeteria
119 7th Avenue
Die größte Bekanntheit hat Cafeteria als einer der Drehorte für die Serie „Sex and the city“ erlangt. Das Restaurant in Chelsea wird auch Jahre nach der Sendung noch oft von  Freundinnen und Fans der Serie gestürmt - und das rund um die Uhr! Denn Cafeteria hat tatsächlich 24/7 geöffnet. Serviert werden leckere Cocktails und gutes Essen, der Bestseller sind die „Truffle Fries“. 


Mulino A Vino
337W 14th street
Ein nagelneues Weinrestaurant für echte Weinliebhaber und für diejenigen, die es werden wollen. Hier gibt es 40 verschiedene Weine – und das auch im Glas! Michelin-Starkoch Davide Scabin zaubert verschiedene italienische Gerichte, die man in small, medium und large bestellen kann (so kann man viel probieren und/oder teilen).

Eataly
200 Fifth Avenue
Der italienische Gourmettempel schlechthin. Eataly ist nicht nur der „One stop shop“ für leckere italienische Lebensmittel, hier finden sich auch neun verschiedene Restaurants (Fish, Pasta, Pizza, etc.) und eine Nutellabar! Mein Geheimtipp: im Sommer auf dem Rooftop einen Platz ergattern und dort ein paar Drinks schlürfen!

Chris kenne ich nun schon seit zehn Jahren. Damals startete er gerade in die Selbständigkeit - er bot als Erster kostenlose Sightseeing-Touren durch Berlin an. Mittlerweile ist aus Sandemans New Europe eine wirklich große Firma geworden mit Touren in etlichen Städten. Erst vor knapp einem Jahr ist Chris nun nach New York gezogen, gelebt hat er dort schon einmal. Auch im Big Apple kann nun jeder kostenlose Sightseeing Touren mit ihm und seinen lustigen Guides buchen. DAS ist ja schon mal ein wirklich spannender Tipp - hinzu kommen seine Lieblinsgplätze:

Roberta's

261 Moore St., Brooklyn
Jeder in New York hat seinen Lieblingspizzaladen - und das ist meiner! Irgendwie kommt man sich abenteuerlich vor, wenn man aus Manhatten den "L"-Train nach Bushwick nimmt, aber es lohnt sich. Denn während schon die normale Pizza von Roberta's gegen jede andere Pizza der Stadt haushoch gewinnt, ist die Calzone einfach die allerbeste. Die smoked ribs, das lokale Bier vom Fass, die etwas hinterwäldlerische Seite des allgegenwärtigen Hipster-Feelings lassen mich mindestens einmal im Monat hierherpilgern. Sogar zum Brunch.

Tacombi

267 Elizabeth Street
Meine Kalifornischen Freunde haben mir immer geraten, eine große Portion Skepsis an den Tag zu legen, wenn es um Mexikanisches Essen geht, das nicht von einem Foodtruck kommt. Diese Jungs hier aber haben alles richtig gemacht: sie haben einen Foodtruck einfach in ein Restaurant gestellt und daraus einen wirklich coolen Ort gemacht. Hier gibt es sehr gute Guacamole, ausgezeichnete Mais Esquites und für mich den besten Fisch Taco aller Zeiten UND der ganzen Welt. Das geniale Essen und das Interieur machen Tacombi zu einer beeindruckenden Location. 

The Frying Pan

Pier 66 in Hudson River Park
Im New Yorker Sommer geht es im Prinzipg nur draum, möglichst gut und cool draußen zu essen und zu trinken - und das am besten in einer der gehypten Rooftop Bars. Das ist alles völlig okay für mich, aber erstens ist es dort immer unglaublich voll, und zweitens haben die meisten dieser Bars einen Dresscode. Bei Pier 66 geht es entspannter zu: hier ankert eine alte Barkasse mit lecker Essen und Trinken. Direkt nach dem Feierabend kann es etwas voller werden, aber sonst gibt es keinen besseren Ort, um etwas zu essen und mit einem Drink in der Hand die Sonne und die Aussicht auf den Hudson River zu geniessen.



Carolyn war früher die Nachbarin meiner Schwester. Schon vor einigen Jahren ist sie aus der alten Gegend weggezogen und lebt nun in einem Viertel von Brooklyn, das gerade dabei ist hip und schick zu werden... wie so oft in Großstädten. Sie ist Tänzerin und Personal Trainerin – und sehr an Kultur interessiert. Hier sind ihre Tipps für Brooklyn:
WTF Coffee Lab
47 Willoughby Avenue, in Ft. Greene, Brooklyn
Die Leute hier haben buchstäblich aus Kaffee eine Kunstform gemacht und den Laden mit antiker Apotheker-Deko und medizinische Gläsern bestückt um hier ihren ausgezeichneten Kaffee aufzubrühen. Es gibt handaufgebrühten Kaffee  - oder Kaffee der langsam durch Glassiphons Tropfen für Tropfen gebrüht wird. Auch speziellen Tee bekommt man hier fast zeremonienartig serviert. WTF Coffee Lab liegt nur einen Block vom Ft. Greene Park entfernt, so dass man - nachdem man seine lohnenswerten fünf Minuten auf sein Getränk gewartet hat - an die Spitze des Parks spazieren kann und dort in der Sonne faulenzen, beim Rauschen der Bäume dösen - oder den Jungs beim Fußballspiel zusehen kann.
Blew Smoke Cigar Lounge
593 Washington Ave, Brooklyn
Eine echte Seltenheit in New York. Hier in Brooklyn findet man eine Zigarrenlounge und Bar, eingerichtet wie in einem altenglischen Club – samt stattlicher Salonmöbel und besten Drinks und Cocktails. Touristen gibt es hier keine, nur Locals, die sich derbe Witze bei einem Glas Scotch erzählen und zwischen den besten Zigarren der Welt wählen können.


Brooklyn Museum: "First Saturdays"
200 Eastern Parkway, Brooklyn
Den ganzen Sommer und frühen Herbst durch öffnet sich das Brooklyn Museum seine Türen kostenlos  - immer am ersten Samstagabend eines jeden Monats. Jede Veranstaltung des „First Saturdays“ hat ein anderes Thema. Es gibt Live-Musik, kurze Dokumentarfilme, Tanzkurse, Essen und Trinken und Zugang zu den Sonderausstellungen. "First Saturdays" ist immer eine lustige Mischung aus Brooklyns Kultur und Kunst, die meisten der musikalischen und tänzerischen Darbietungen und auch die Dokumentarfilme kommen von Künstlern aus Brooklyn. Der billigste und beste Ort für ein Date!
 
Jan und Freya hat es vor einiger Zeit nach New York verschlagen. Die beiden führen ihre Marketing und PR-Agentur Sagency auch noch in Berlin, aber auch in New York kennen sie sich bereits bestens aus! Hier ihre Tipps für New York:

The Box

189 Chrystie Street

Cabaret in feinster Umgebung. Die Box in der Lower Eastside bietet nicht nur ein interessantes und gut durchmischtes Publikum. Die nächtlichen Live-Shows übertreffen sich zu fortschreitender Stunde in Skurrilität und variieren wöchentlich. Viel nackte Haut und gute Stimmung versprechen einen unvergesslichen Abend.

Totto Ramen
366 West 52nd Street
Momentan der angesagteste Ramen-Laden der Stadt. Es werden keine Reservierungen angenommen und auch nicht geliefert. Teilweise findet man eine Schlange vor der Tür vor, die sich über einen gesamten Block erstreckt. Aber die Wartezeit von bis zu einer Stunde lohnt sich - die Ramen-Suppen sind einfach hammergut!

The John Dory Oyster Bar
1196 Broadway

Lust auf frische Austern oder hervorragenden Fisch? JDOB ist genau die richtige Wahl. Angeschlossen an das stylische Ace Hotel bietet die Bar ein tolle Atmosphäre mit hervorragendem Essen. Unbedingt die hauseigenen Parker House Rolls (Brioche-Brötchen mit Meersalz und Kräuterglasur probieren!). Ein Traum!


Mehr Tipps für New York findet ihr auch auf meinem Pinterest Board "Get Local" und hoffentlich auch bald hier, ein paar Freunde fehlen noch in der Sammlung :)

Soulfood, Baby!

Muschelparadies
Es ist 11h. Ich bin seit 5 Uhr wach. Der Mexikanische Golf hat die Luft mit Salz geschwängert, die Möwen ziehen kreischend über Apalachicola an der „Forgotten Coast“, an der außer Sümpfen nicht mal Rentner zu finden sind - und ich habe Hunger. Dass es in der süßen Kleinstadt eine so große Auswahl an Seafood Restaurants gibt, ist eigentlich kein Wunder. Apalachicola ist die Austern-Hauptstadt. Mein Weg führt mich über einen unfassbar großen bunt gemischten Krimskrams-Laden direkt gegenüber zu Boss Oyster, der dankenswerterweise schon auf hat  - und bei dem auch viel zu früh aufgestandene Europäer schon vor 12 Uhr etwas zu essen bekommen.


Das hatte ich:
Oyster Rockerfella & mit Zimt und Chili gewürzte Süßkartoffel-Pommes
So war es:
Gut, teilweise richtig gut. Vor allem die Aussicht von der Terrasse ist unbezahlbar
Note:
  3 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
ja, Apalachicola ist winzig, aber wirklich entzückend.



Lunch mit Krokodil
Eingepfercht zwischen den letzten Metern von Florida und den ersten von Mississippi liegt die Mobile Bay als südlichster Zipfel des Staates Alabama. Hier treffe ich die deutsche Auswanderin Manja, die mit ihren drei Kindern und amerikanischen Mann Jaime in einem süßen Häuschen wohnt und sich als Bäckerin selbständig gemacht hat. Wir verbringen ein paar Stunden zusammen – und zu meiner Freude muss ich sagen: oftmals essend. Nicht nur serviert sie mir ihr frisch gebackenes Brot, sondern auch ganz warme und herrliche Laugenbretzeln. Und wir fahren gemeinsam raus Richtung Bay. Auf der Fahrt sehen wir ein paar Krokodile, die uns neugierig aus dem Wasser betrachten. Im Bluegill Restaurant setzen wir uns nach draußen auf die Terrasse und bestellen alles, was man hier essen muss: Gumbo, Green Fried Tomatoes, Crabs. 

Das hatte ich:
Crabmeat Omelette Po Boy und ein paar Vorspeisen
So war es:
Mein Gericht was okay, so richtig klasse aber waren die Green fried Tomatoes mit Crawfish royal.
Note:
2-3 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
ja, es gibt schöne historische Ecken in Mobile

Ran an den Shack
Aus einem winzig kleinen und von innen sehr dunklen Fressbüdchen Petty's BBQ am Straßenrand (in den USA auch Shack genannt) schaut mich ein Mann an. Also das glaube ich zumindest. Denn sehen kann seine Augen nicht. Eigentlich kann ich überhaupt nichts sehen. Er ist Afroamerikaner, trägt eine schwarze Sonnenbrille und nimmt meine Bestellung auf. Pulled Pork Sandwich und Green Fried Tomatoes - beides Spezialitäten der Südstaaten - will ich essen. Und anscheinend wiederholt er jetzt noch mal vorsichtshalber meine Bestellung laut, beziehungsweise kann ich das nur erahnen. Denn was aus seinem Mund kommt, hört sich für mich ungefähr so an: „Iiihhhn feit omaosn pullpor“. Ich nicke mal vorsichtshalber freundlich. Die Südstaatler mit ihrem schweren und alles in die Breite und Länge ziehenden, die Hälfte der Silben verschluckenden Akzent zu verstehen, habe ich in den Wochen meines Roadtrips nicht geschafft. Aber als dann mein Essen endlich fertig ist und mir derselbe Mann das Tablett durch das kleine Fenster reicht, kann ich genau verstehen, dass er „Enjoy Darling“ sagt. Hach!


Das hatte ich:
Pulled Pork Sandwich und Green Fried Tomatoes
So war es:
saulecker, vor allem das Pulled Pork Sandwich.
Note:
4 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
ja, Starkville ist eine typische Kleinstadt, sogar mit Universität – aber eben wirklich winzig


Wie bei „House of Cards“
Der Duft haut mich um. Als ich die Tür meines Wohnmobils öffne, werde ich von lockenden Gerüchen umzingelt. Pulled Pork, Hefebrötchen, süßliche Barbecue Sauce, Ribs. Ich bin im Grill Himmel - besser gesagt im BBQ Himmel. Die Zubereitungsmethode hat ja rein gar nichts mit unserem Haus- und Hofgrillen zu tun, dies aber nur mal am Rande. Viel wichtiger: der Geruch wird stärker je näher ich der alten Holztür zum Shack komme. Farbe blättert von den Holzwänden neben ihr. Die Tür wird von innen geöffnet, mir kommt ein älteres Pärchen entgegen, ich finde sie sehen glücklich und satt aus.Ein gutes Zeichen!
Dieser BBQ-Shack des Vertrauens liegt in Maryland und heißt Em-Ings. Noch eine Nacht habe ich in meinem Camper vor mir, da will ich noch mal ordentlich Soulfood haben, bevor es ins schicke New York geht. Die Anzeigentafel, auf den die unterschiedlichen Fleischgerichte und Beilagen stehen ist leider verwirrend. Kann ich einfach alles haben? Ich nehme dann doch die Ribs mit Bohnen, Cole Slaw und Hefebrötchen, wenn schon denn schon! Als die Rippchen in meinem Mund zergehen, komme ich mir vor wie Frank bei House of Cards. Nebenan sitzen zwei dicke Truckfahrer, die anerkennend rüber schauen, als sie meine große Portion sehen. Ich frage sie nach einem guten Crab Shack – und höre abrupt auf zu essen, als sie mir sagen, der sei nur 4 Kilometer weiter. Huch. Also: Rippchenreste einpacken - abends schmecken die auch noch wunderbar im Sandwich- und los...

Das hatte ich:
Rippchen mit diversen Saucen, Cole Slaw, Hefebrötchen und Bohnen
So war es:
Sehr gut!
Note:
4 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
nein, es sei denn man steht auf halbverfallene Dörfer, einzige Ausnahme: in der Nähe liegt Amerikas coolste Kleinstadt!





Flohmarkt mit Crabcake 
Und so erreiche ich besagte 4 Meilen weiter Baileys Seafood. Ich öffne die Tür und werde als erstes erschlagen von dem Interieur. Ein Sammelsurium von Bildern, Fischernetzen, Köfferchen und weiß der Henker was schreit um die Aufmerksamkeit meiner Augen. Viel zu viel. Also suchen meine Augen in Bruchteilen einer Sekunde nach Halt. Als erstes treffen sie auch einen stark übergewichtigen Mann, der in der einen Ecke sitzt.  Ein „Hi there“ von der anderen Seite lässt meinen Kopf drehen und zwei junge Frauen erblicken. Die eine Afroamerikanerin und dick, die andere weiß und dünn – und voll tätowiert und gesprächig. Wo ich denn herkäme will die Letztere wissen, während einen Raum weiter mein Crabcake Sandwich gebraten wird. Als ich ihr sage, dass ich mit dem Wohnmobil durch die USA toure und eigentlich aber aus Berlin, Deutschland komme reagiert sie mit folgenden Fragen: “Oh, how long does it take to drive all the way from Germany to the US?“ und „If you live in Berlin, do you know Steffi? She’s a singer there?!“ Nun ja. Ich bin wie immer höflich geblieben und habe alle Fragen beantwortet – mit unterdrücktem Schmunzeln. Der dicke Mann war übrigens der Besitzer und Sammeln ist, Wunder oh Wunder, seine Leidenschaft. 

Das hatte ich: Crabcake
So war es:
gut
Note:
3 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
ich hab die nächst gelegene Stadt nicht wirklich gesehen.






Burgermeister-Love 
Ich hasse MacDoof und auch Burger Schling. In den USA aber gibt es wirklich akzeptable Burgerketten: wer sich in Kalifornien befindet, darf sich besonders glücklich schätzen, da es dort die geile Kette „In-n-Out“ gibt. In den Südstaaten stand ich gleich zweimal vor den frisch geputzten Tresen der „Five Guys“ Kette. Mit augenscheinlich extrem guten Fritten und frisch gemachten Burger nach Wahl haben sie mein Herz und meinen Magen erobert. Wie man die Dinger übrigens isst: Burger aus der Alufolie auswickeln, den Burger auf die eine Seite der Folie, die Pommes aus der braunen Papiertüre daneben auf die andere Seite der Alufolie kippen. Voila.

Das hatte ich:
Cheeseburger mit Bacon und süßen Zwiebeln und Champignons mit schön krossen Fritten (normal oder mit Chili)
So war es:
sehr gut
Note:
4 von 5 Reisefreunde-Sternen
Lohnt sich ein Stopp auch sonst:
die meisten Five Guys liegen nicht (außer interessanterweise in LONDON, da habe ich neulich auch einen entdeckt) in der Stadt, sondern bei großen Malls außerhalb der Städte. Auf jeden Fall lohnt sich ein Umweg für einen Five Guys Laden!


Mehr zu dem bestem Burger der Welt gibt es hier und dem besten Soulfood in Virginia habe ich hier ein paar Zeilen gewidmet!

Mein Fahrbarer Untersatz wurde von CU Camper gesponsert!