Mein Niedersachsen

Unterwegs in meiner Heimat

Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Mit Leib und Seele

"Moin!" sagt er zu Begrüssung. Einer der sich -wie im Norden üblich- zuerst mit Nachnamen dann mit Vornamen vorstellt: "Evers Dieter". Eine Statur von einem Mann. So groß wie sein Gardemaß ist auch sein Humor. Dieter Evers ist Koch. Mit Leib und Seele.

Seit Jahrzehnten führt den Gasthof Evers in Lüsche im Oldenburger Münsterland. Die Liebe zum Kochen wird er wohl von seiner Mutter haben. Ihren Rezepten ist er treu geblieben "sie bringt gern eine Süße in die Wildgerichte, das mag ich auch besonders gern" verrät er mir, während er gerade einen Rehrücken bearbeitet. Wir stehen mit ein paar Kochbegeisterten um ihn herum, sein Charisma erfüllt die ganze Küche. Ohne viel Brimborium und Tüdelü zeigt er uns, wie man mit Wild umgeht. Eigentlich spricht man hier Platt - auch beim Kochkurs. Das verstehe ich auch zum großen Teil, aber für mein Video kramt Evers Diter sein bestes Hochdeutsch hervor - oder eben auch hier vor Ort für Gäste, die ihn sonst nicht verstehen würden:


Mit Leib und Seele from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Aus dem Handgelenkt schüttet er hier und da die leckeren Dickmacher in seine cremigen Soßen, denn "mit Sahne und Butter schmeckt einfach alles noch besser" erzählt er und lacht kräftig hinterher. Sympathischer Kerl. Und während in der Küche immer mehr Gerichte schmurgeln, braten und blubbern holt er schnell noch einen Kochwein raus, wir Kochkursteilnehmer sollen ja bloß nicht verdursten.
 

Aber nicht nur deshalb wird unsere kleine Runde recht schnell familiär und kuschelig. Es ist Dieter Evers simpler Charme, der die Gäste der Runde wie ein Löffelchen Senf im Dressing zusammenhält. Nach vier Stunden kochen, lachen und lernen steht dann auch das Essen auf dem großen Tisch.

Evers sitzt mit allen zusammen, die Gerichte hätten auch noch für zehn weitere Besucher gereicht. Alles schmeckt lecker wie bei Muttern. Und genauso geht es hier auch zu. Die Reste können sich die Gäste einfach mit nach Hause nehmen. Nur ich verzichte dankend, nach all den guten Sachen muss ich jetzt erstmal wieder auf Diät.

Danke Evers Dieter, das war großartig und verdient meine Auszeichnung "Kiss the Chef", Bis hoffentlich bald mal wieder! Deine Schwaff, Angelika. Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr auch bei ReisedepeschenSmaracujaKöln Format, JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

16 Uhr 50 ab Vechta

Die Vorgärten sind gepflegt, die Backsteinhäuser dahinter sehen urig aus. Felder so weit das Auge reicht, kleine Straßen schlängeln sich stur durch die Dörfer hin zum Moor über dem sich gerade die letzten Nebelschwaden verzogen haben.


Ich könnte schwören, dass mir gleich quietschend Miss Marple auf ihrem Dreirad entgegen kommt und mit krächzender Stimme nach Mister Stringer ruft. Um vielleicht ein Verbrechen auf einem Gutshof aufzuklären? Ein deutscher Traktor holt mich aus meinen Gedanken. Ich bin ja gar nicht in England, ich bin im Oldenburger Münsterland.


Aber die Ähnlichkeit liegt auf der Hand. Schön ist es hier, idyllisch. Ländlich. Und obwohl die Region weg will vom bäuerlichen Image - finde ich gerade das so schön und einen echten Reisegrund. Raus aus der Stadt.


Meine Landliebe wird hier auf jeden Fall bedient. Auch wenn Vechta eine Universitätsstadt ist – und man der Stadt das anmerkt: es gibt etliche Restaurants, wie die Tapas Bar, in der ich abends leckerste Tapas esse, von deren Auswahl und Qualität sich Berliner Tapas Restaurants gut und gerne mal inspirieren lassen sollten. Vieles ist hier anders. Zum Beispiel die Bäckerei Meyers Mühle, die jeden Tag noch frisch backt – und zwar ohne Backmischungen – in fünfter Generation. Ich kann kurz mitkommen in die Backstube und fühle mich beim Gespräch mit dem Bäcker verstanden und angekommen. Er will nur gutes in die Tresen legen. Selbstgemacht. Mit Wissen und Verstand. Das ist heute eine Seltenheit – aber hier noch recht verständlich.


Auch seine Bäckerei gehört zum Konzept Boxenstopp. Das hört sich jetzt erst mal nach Autorennen an, hat aber nur im entferntesten Sinne damit zu tun. Boxenstopps sind Orte im Oldenburger Münsterland, die es lohnt angefahren zu werden. Das sind zum Beispiel Bauernhöfe, wie der von Elmar Preut. Von außen ein idyllischer Hof – dahinter liegt modernste Technik. Biogas wird hier hergestellt und ich scherze mit dem netten Bauern, er würde aus –vornehm ausgedrückt –„Mist“ Geld machen. Er lacht und meint: ja so ähnlich. Erneuerbare Energien sind hier ein großes Thema – und jeder kann hier bei einem Besuch etwas lernen. Landwirtschaft zum Anfassen. Ganz „old school“ kommt zum Schluss noch ein Katzenbaby auf mich zu. Nicht alles ist hat sich auf einem Großbetrieb verändert.



Ich fahre weiter – mit dem Fahrrad – und zwar mit einem E-Bike, das kommt mir faulem Stück sehr gelegen, denn es windet aus entgegenkommender Richtung und ich bin froh für ein wenig Trittunterstützung. Vorbei an der Thülsfelder Talsperre, die eher wie ein idyllischer See ausschaut, fahre ich zu einem urgemütlichen und doch sehr schicken Landgasthof. Hier im Heidegrund wird vornehmlich regional gekocht Die Zutaten kommen von Herstellern aus der Region. Ich entscheide mich für lokalen Käse und das Salzwiesen-Lamm.

Eine Köstlichkeit. Und schon wieder muss ich bei der Einrichtung an England denken. Gemütlich und wohnlich ist es hier, vielleicht fährt sie ja Miss Marple später doch mit dem Fahrrad an mit vorbei.


Es geht weiter auf einen Hof, der nun wirklich alle Register zieht. Der Ferienhof Meyer ist ein wahres Schmuckstück. Ich werde vom Hausherren begrüßt. Mit Schiefermütze, Reiterhose und Gummistiefeln steht er da und lächelt mich freundlich an. Und ganz in Miss Marple Manier (sie war ja schließlich mal Profi-Reiterin) überwinde ich hier meine jahrelange Pferde-Phobie und wage mich mal wieder hoch zu Ross.


Oldenburger Münsterland-Liebe from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Das letzte Mal saß ich mit 12 auf einem Pferd, nein auf einem Pony. Und bin böse gestürzt. Nun wage ich es mal wieder. Die Pferdezucht des Hofes ist beeindruckend und man gibt mir einen besonders zahmen Gesellen, der mich geduldig trotz meiner schlechten Haltung und meiner mangelnden Führung erträgt.


Ich bleibe oben, auch dank der Führung der jungen Nachbarin Britta, die hier schon Teil der Familie geworden ist. Überhaupt: Familie: es sieht so aus, als hielten die hier noch zusammen. Nach meinem Reitausflug werde ich auf Kaffee und hausgemachten Kuchen eingeladen. Ich bin wahrlich gerührt von so viel Gastfreundschaft. Ein schöner Hof, eine tolle Familie – und ich muss wohl noch einmal irgendwann vorbei schauen.

Aber mein nächster Boxenstopp wartet schon. „Unter Ziegen“ könnte dieser kleine Ausflug heißen. Mittlerweile sind es mehr als „Sieben Ziegen“, die Frau Michelbrand und ihr Sohn hier im Stall haben. Obwohl: eigentlich sind die Ziegen kaum in Stall. Wie es sich gehört grasen sie auf den Weiden. Von Hand stellen die Michelbrands köstlichen Ziegenkäse her, vor allem Frischkäse – in unterschiedlichen Varianten. Nachdem mir der Hof gezeigt wird, besteht die liebe Frau Michelbrand auf eine Verköstigung bei ihr in der Küche. So ist das hier. Es gibt frisches Brot, den eigenen Käse und frisch per Hand aufgebrühten Kaffee. Eine Kaffeemaschine, so die Dame des Hauses, die bräuchte sie nicht. Das sei alles moderner Krams. Und das ist auch alles gut so, liebes Oldenburger Münsterland. Verändert euch nicht zu stark. Landliebe währt ewig. Nur über die Sichtung der echten Miss Marple hätte ich mich noch gefreut.

Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr auch bei ReisedepeschenSmaracujaKöln Format, JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Mini Road Trip durch das Weserbergland


Ich weiß nicht, ob es euch schon aufgefallen ist, aber MEIN WESERBERGLAND ist einfach der schönste Ort der Welt. So. Ätsch. Wir haben nämlich saftige grüne Felder (ja gut, nur vom Frühling bis Spätherbst), wir haben entzückende kleine Berge und hübsche Täler, eine Natur wie sie im Bilderbuch steht und niedliche kleine Dörfer und Städte mit schmucken Fachwerkhäusern. Und natürlich haben wir die schöne Weser, die sich durch unsere Region schlängelt. 



Zentrum des Weserberglandes ist Hameln, über meine Stadt habe ich ja schon geschrieben. Aber ganz nah bei Hameln gibt es noch viel mehr zu erleben – und ich mache mich fast schon in allerbester Sonntagsausflugs-Manier auf den Weg gemacht um euch ein bisschen mehr aus meiner Heimat zu zeigen.


Die Autofreaks unter euch werden staunen wenn ich euch erzähle, dass es in Stadtoldendorf einen echten Mammut Offroad Park gibt, in dem man entweder mit seinem eigenen (unbedingt notwendigen) Allradwagen herumcruisen kann oder aber sogar in einem vor Ort mietbaren Wagen. Ich habe mich für letzteres entscheiden und da gerade durch einen Feiertag enormer Andrang drohte, auch nur als Beifahrerin. Und ich muss mich zugegebenermaßen ordentlich festhalten, sonst hätten mich wohl die enormen Schlaglöcher und Pfützen vom Sitzplatz gefegt. Mein Glück: am Steuer sitzt der Chef des Offroadparks und der kennt natürlich jede Biegung, Steigung und jedes Gefälle wie aus seiner eigenen Westentasche. Ganz hartgesottene campen hier sogar, manche mit Zelt, andere mit Wohnwagen. Abenteuerurlaub in Niedersachen, wer hätte das gedacht. 



Aber auch wenn ihr nichts weiter vorhabt, dann macht es euch doch ganz einfach, schnappt euch einen Picknickkorb und fahrt ein wenig durch die Gegend. Vielleicht macht ihr in einen kleinen Stopp in der Aschenputtel Burg in Polle. Niedersachsen ist ja eine Märchenhochburg!



Hier gibt es nicht nur in der Adventszeit einen wunderschönen, märchenhaften kleinen Weihnachtsmarkt, sondern im Sommer auch ein Freilichttheater  - und jeden Tag einen ehrlichen Ausblick auf den Weserbogen. Und manchmal trifft man wie ich das Aschenputtel höchst persönlich. 



Da die meisten von euch Reisefreunden nicht so viel Glück habt wie ich und Verwandtschaft und damit auch eine Schlafplatz im Weserbergland habt, gibt es wenige Kilometer weiter zwei wirklich eigenartige und abgefahrene Unterkunftsmöglichkeiten – zum einen im Baumhaushotel, das einfache aber gemütliche kleine Hüttchen aus Holz in den Baumkronen hoch über dem ErlebnisWald bei Solang anbietet. 






Oder das urige Zirkuswagenhotel in Holzminden, wobei aber eher eine gemütliche Pension ist.  Die beiden Besitzer sind auch noch Brüder, das Gen für außergewöhnliche Unterkünfte scheint also irgendwie in der Familie zu liegen. 



Apropos Familie - ich zähle schon die Tage bis zu meinem nächsten Besuch im Weserbergland, ab heute sind es nur noch etwa vier Wochen, dann bin ich endlich wieder zu Hause!


Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr auch bei ReisedepeschenSmaracuja, Köln Format JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!




Mein Niedersachsen kulinarisch: im Landgasthaus Specht


Egge, ein kleines Nest in der Nähe von Hameln, das so winzig ist, dass die Adresse zu der ich möchte nicht mal einen Straßennamen hat. Die Adresse lautet einfach nur Egge 8. Hier liegt das Landgasthaus Specht, ganz idyllisch mit Blick hoch in Wälder und hinab auf die Wiesen.  Aber macht euch einfach selbst ein Bild (...und ja, das am Schluss ist meine Zwillingsschwester) in diesem ganz kurzen Video:


Ich bin hier weil ich einfach weiß, wie gut die Küche ist. Denn ich kenne die Spechts, insbesondere Stephan Specht. Wir haben uns recht spät in meiner Hamelner Zeit über Freude kennengelernt und sind dann selber zu Freunden geworden. Stephan zog wie ich in den 90ern nach Berlin, und hier haben wir etliche Nachmittage und Abende zusammen verbracht, haben gekocht und sind um die Häuser gezogen. Und obwohl mir Stephan so am Herzen liegt sehen wir uns leider kaum noch. Er führt eine unfassbar erfolgreiche Goldschmiede in Berlin - und ich bin ja auch ständig unterwegs. Aber als ich ihm erzählte, dass ich über meine Heimat schreiben möchte und auch zu seiner Familie ins Landgasthaus fahren will um dort zu essen, lies Stephan alles stehen und liegen, setzte sich ins Auto und fuhr nach Hause, um mit meiner Schwester Tine samt ihrem Mann Ole und mir zu essen.


Seit Generationen ist das Landgasthaus DIE Adresse im Weserbergland für regionale, saisonale und hervorragende Küche. Mittlerweile steht Stephans Bruder Heino hinter dem Herd. Er kocht wie ein Gott und ist dennoch so unglaublich bescheiden, dass ich ihm am liebsten die Lobeshymnen auf die Hand tättowieren will, damit er es immer liest und irgendwann selber kapiert, was er da in Egge jeden Abend so wunderbares zaubert. 









Vier Gänge serviert er uns, zunächst eine köstliche Vorspeise mit Linsen und einer Wildschwein-Terrine danach und eine leichte Kürbissuppe mit hausgemachtem Wildschweinschinken. Eine Wucht. Und dann kommt ein frisches, kurz angebratenes zartes Reh auf den Tisch, mit schier unzählbaren Beilagen wie frischen Pfifferlingen, einem cremigem Kartoffelgratin, handverlesenen, kurz geschwenkten Gemüsen und einer fein gezogenen Sauce, die mir am liebsten in großen Literfässern mitgenommen hätte.






Tine und Ole sind so angetan und können  - als absolute Foodies – ihr nahes Glück kaum fassen und reservieren nach unserem letzten Gang direkt für die darauffolgende Woche wieder einen Tisch. Ich glaube die werden jetzt Stammgäste. Ach ja und ich selber fahre kurz vor Weihnachten wieder hin. Und ich hoffe, dass Stephan dann auch zu Hause ist. Wenn wir uns doch schon kaum in Berlin sehen können -  dann ja vielleicht dort, wo wir eigentlich hingehören. Auf’s Land oder besser: in unser schönes Weserbergland.

Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr auch bei Reisedepeschen, bei Smaracuja, bei JustTravelous und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Mein Zuhause: Hameln im Weserbergland


Heimat. Ein Wort das mir sehr viel bedeutet. Wenn ich an meine Heimat denke, dann blicke ich zurück in die Vergangenheit. Ich sitze in meiner Ergee-Strumpfhose in der Küche und schaue meiner Mama beim Kakaokochen zu. Meine Zwillingsschwester Tine kommt herein und setzt sich auf die Heizung. Oder im Sommer ... meinen Erinnerungen nach schien in meiner Kindheit immer die Sonne. Wir spielten auf der Straße bis es dunkel wurde, nur selten kam mal ein Auto vorbei und es fuhr langsam, weil eben alle Kinder auf der Straße spielten. Ich sehe meinen Vater zeichnen, mit viel Ruhe, Hingabe und Konzentration. Und sein bescheidenes Lächeln, wenn er mit dem Bild fertig war und wir ihn überschwänglich lobten. Unser Haus strahlte Geborgenheit und Offenheit aus. Jeden Tag war Besuch zum spielen da, und unsere Geburtstage waren ein großes Fest mit selbst gebastelten Spielen und Unmengen von Kuchen. 




Das sind nur wenige kleine Einblicke für den Grund dafür, warum ich auf die Frage „Und, wo ist es am schönsten auf der Welt?“ immer mit „Zuhause“ antworte. Mein Zuhause hat sich verändert, unsere Eltern leben leider nicht mehr, nun wohnt Tine und ihr Mann Ole in unserem Elternhaus. Aber die Szenen sind noch ähnlich. Wenn meine Schwester kocht, sitze ich auf der Heizung neben ihr und schaue ihr zu. Und erinnere mich an damals.





An all das denke ich, als ich mit dem Zug in Hameln ankomme. Hier bin ich zur Schule gegangen, habe meinen Führerschein gemacht und war zum ersten Mal verliebt. Unser kleines Haus steht in einem Dorf bei Hameln, Tündern heißt es. Eine Freundin von mir nennt den Ort Entenhausen. Ich mag das, es klingt nach dem was es ist: ein Dorf. Ein Kaff. Aber ein sehr liebenswertes. 





Bevor ich nach Hause nach Tündern fahre und in die Arme meiner Schwester falle, treffe ich den Rattenfänger. Die Sage kennt wohl jeder, wenn ich irgendwo auf der Welt erzähle, dass ich aus Hameln komme, kann kaum einer etwas mit dem Namen der Stadt im Weserbergland anfangen. Wenn ich dann aber den Rattenfänger erwähne, wissen sie alle wovon ich rede.

Es wird ein lustiger Spaziergang durch meine Heimat, ich lerne viel und bin verblüfft wie spannend es sein kann, die eigene Stadt mit einem Guide zu erkunden. Aber seht selbst:



Reisefreunde trifft Rattenfänger: Unterwegs in meiner Heimatstadt Hameln from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Nach dem "Rattenkiller" treffe ich mich mit Katharina „Kathy“ Hucks, einer entzückenden Stadtführerin, um mittags im Pfannekuchen Haus zu essen. Wieder fällt mein Blick zurück: Pfannkuchen zählten schon immer zu meinen Lieblingsgerichten, am besten waren die von meiner Mama. Aber auch hier, im Restaurant mit den niedrigen Decken und den urigen Sitzecken saß ich schon als kleines Mädchen und habe mit großen Augen auf mein Essen gewartet. Damals gab es keine exotischen Varianten, heute ist das natürlich anders. Ich plaudere mit Kathy über alte Zeiten in Hameln, über die Stadtgeschichte und unsere eigenen Geschichten, bis wir uns mit vollen Bäuchen weiter durch Hameln schleppen.


Sie bringt mich ins Rattenfänger Museum das spannender ist, als es klingt. Besonders das mechanische Rattenfänger-Theater lässt mich verstummen. Optisch erst mal ein Schock: die Hauptszenen der Sage werden "nur" durch Gegenstände und Toneinspielungen  angedeutet, die Geschichte wird dadurch modernisiert. Aber nach wenigen Minuten kann ich mich darauf einlassen. Und es nimmt mich mit.




Kathy führt mich weiter durch die kleinen Gassen der Stadt und ich erfahre, dass ihre Patentochter im Restaurant eines Freundes arbeitet. Genau das werde ich am kommenden Abend besuchen. Wie herrlich klein hier die Welt ist. Wir enden beim Bäcker der Hamelns berühmte Mitbringsel, die Salzteig-Ratten, backt. Stundenlang hätte ich noch mit Kathy plaudern können, ihren Geschichten lauschen können. Aber es ist Zeit zu gehen, mein Zuhause wartet. Tine macht nämlich Pfannkuchen.



Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr schon bei Reisedepeschen, bei Smaracuja und bei Escape Town sowie natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!

Lobhudelei: Das Bio-Hotel Kenners LandLust


„Es gibt hier keine Sensationen, keine Berge, kein Meer, kein gar nichts. Außer die Natur und die Ruhe!“ sagt die Frau, die mit weiß eingecremter Nase neben mir sitzt. Erst hatte ich von weitem gedacht, die Sonne würde sich so stark auf ihrer Nase reflektieren. Aber dann rief sie mir „Nicht vor dem weißen Nasenbären erschrecken!“ zu. Eingemummelt in kuschelige Decken liegt die sympathische Hotelchefin vom Bio-Hotel Kenners LandLust in der Sonne und plaudert mit mir. "Aussteiger vom Aussteigen" seien ihr Mann und sie  - echte Hippies, die früher in Kommunen lebten.
Gesund & munter: Barbara & Kenny Kenners - Foto: Kenners LandLust

Während wir uns unterhalten spielen Gäste von Kindern im grünen und schön wildem Garten. Irgendwo zirpen ein paar Vögel  - und langsam riecht es nach Gegrilltem. „Das Bio-Hotel hat sich einfach so ergeben, ich wollte aus dem Ausstieg wieder aussteigen. Ich hatte Sehnsucht nach Zuhause, nach dem schönen Wendland!“



Und recht hat Barbara Kenner, denn hier im Wendland ist die Natur einfach zauberhaft. „Die landschaftliche Weite, die wir hier haben, den Himmel und die Ruhe, dahin wollte ich zurück“. 1999 fand das Paar über einen Makler ein altes Haus, damals eine eingeführte Pension in einem Tal bei Göhrde im Wendland. Mit enormen Aufwand, hohen Kosten und viel Liebe haben sie das Haus baubiologisch renoviert. 



Schick ist ihr Bio-Hotel sicherlich nicht, aber das muss es auch nicht, denn das Haus strahlt so viel Wärme und Gemütlichkeit aus, das ich und sicherlich alle anderen Gäste auf cooles Design gern verzichten können. Der wahren Luxus den man sich als Gast gönnt ist der Urlaub im Einklang mit der Natur. "Auch der Rasen wird hier nicht mit der Nagelschere geschnitten" sagt Frau Kenner und ich finde, das steht dem Tal hier besonders gut. 


Fast alles ist hier Bio - selbst das Mobiliar. Und so nachhaltig wie hier gewirtschaftet wird, genauso nahbar geht man mit den Gästen und untereinander um. In der Gästeküche zum Beispiel kann man sich zu jeder Zeit kostenlos am Wasser des haueigenen Brunnens bedienen. Wer mehr Lust auf Bio-Limo oder Bier hat, nimmt sich einfach eine Flasche aus dem Kühlschrank und schreibt seinen „Kauf“ auf einen bereitliegenden Zettel. Ein Konzept das Vertrauen verlangt. „Bei uns schicken die Gäste sogar noch die Handtücher zurück, wenn sie die versehentlich einstecken!“ erzählt mit Barbara Kenner mit einem Schmunzeln. Ein Haus mit Familienanschluss. Schön!


Aber auch in der normalen Hotelküche läuft einiges anders: Es gibt kein festes Menü, hier entscheidet der schichthabende Koch was abends auf dem Tisch steht. Dabei helfen ganz natürlich Jahreszeit und Angebot auf dem Biomarkt. Und gerade duftet es immer mehr. Frau Kenner kann mich zum heutigen Abendessen leider nicht begleiten. „Ich gehöre ins Bett!“ sagt sie hüstelnd und wünscht mir einen guten Appetit. Den habe ich, denn heute wird gegrillt. 



Etliche Salate und Beilagen machen mir die Auswahl schwer, hier sind ganz hervorragende kreative Köche am Werk - nix mit "langweilig gesund". Mein Essen ist köstlich.



Nach einer ruhigen Nacht bin ich am kommenden Tag mit dem Hausherren verabredet, der den griffigen Namen Kenny Kenner trägt. Er ist auch noch Wolfsbeauftragter in der Region. „Die Wölfe sind vor Jahren langsam aber sicher wieder zurückgekommen,“ erzählt er mir und anderen Gästen auf einer seiner Wolfstouren durch den benachbarten Wald. 



Und wie auch das im Wald lebende Wild haben sich die Wölfe schon längst an die Umstände angepasst: sie sind zu nachtaktiven Tieren geworden, am Tage verstecken sie sich wie ihre anderen Waldnachbarn. Kenny Kenner weiß das natürlich. Deshalb sagt er auch gleich zu Anfang seiner „Wolfstour“, dass er nicht davon ausgeht, bei dem Spaziergang auf einen Wolf zu treffen. Aber die Lebensumstände der Wölfe bringt er seinen Gästen gern näher. Und das ist wirklich spannend, mehr Sensation braucht man eigentlich nicht. 

Habt ihr ist auf noch mehr Eindrücke von meinem "Heimat"- Bundesland? Dann einfach kurz mal mitkommen:


Mein Niedersachsen: Der wilde Osten - Elbtalaue-Wendland from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Meine Reise ist Teil einer Kampagne zwischen Niedersachsen Tourismus und unserem Reiseblogger Kollektiv. Mehr Eindrücke aus meiner schönen Heimatregion findet ihr schon bei Reisedepeschen und bei Smaracuja und natürlich auf den Social Media Kanälen unter dem Hashtag #meinNiedersachen. Den Hashtag kann und sollte jeder nutzen, dessen Herz für Niedersachen schlägt!